| Kategorie: | Motorflugzeug | ![]() |
| Modellname: | Charter | |
| Einsatzzweck: | Trainer, einfacher Kunstflug | |
| Hersteller/Anbieter: | Robbe | |
| Spannweite: | 1500 mm | |
| Rumpflänge: | ca. 1200 mm | |
| Abfluggewicht: | 2,5 kg | |
| Motorisierung: | Verbrenner OS MAX 46LA | |
| Modelleignung: | Anfänger | |
| Bausatzart: | Schnellbaukasten | |
| Autor: | Jan F. Lübbert | |
| Baubeschreibung: | ||
| Wie viele Modellflugpiloten begann auch ich meine Karriere mit einem Charter von Robbe. Mein erster konventioneller ARF-Charter hielt dann auch drei Jahre, bis er leider bei einer Kunstflugeinlage das Zeitliche segnete. Weil die ganze Technik noch heil war und der Charter der beste Trainer ist, den ich kenne, beschloss ich, mir auf dem billigsten Wege wieder ein drittes Flugzeug zu beschaffen, nämlich den Bausatz vom Charter, mit dem ich die alten Komponenten wiederverwerten konnte. Geliefert wird er als ein Sortiment kleiner Pappelsperrholz-Puzzlestücke, welche bereits weitgehend aus großen Brettern präzise "ausgelasert" sind. Das Modell kam vom Händler leider weit verspätet erst im Februar an und ich wollte den Charter unbedingt im Frühjahr einfliegen, so klotzte ich als richtig ran und stellte ihn nach nur eineinhalb Monaten fertig! Dabei gestaltet sich die Arbeit sehr einfach: Die Teile sind allesamt passgenau und müssen nur nach der ausführlichen, bebilderten Anleitung mit Holzleim zusammengeklebt werden. Einzig das Beplanken und Bespannen der Tragfläche erfordert vielleicht etwas Erfahrung. Auf den Bau der Motorhaube (wohl eher für die Elektro-Version gedacht) habe ich aus Faulheit verzichtet. Weil ich die Gelegenheit nutzen wollte, ein bischen aerodynamisch zu experimentieren, erlaubte ich mir, den Charter noch etwas zu verfeinern: Ich verpasste ihm neben einem angelenkten Spornrad noch Randbögen und Spreizklappen in Größe der Querruder, wobei ich Letztere auch sofort funktionstüchtig ausführte. | ||
| Fliegen: | ||
| Ich bereute es keinen Moment, mir einen neuen Charter zugelegt zu haben! Jetzt habe ich wieder ein Modell, das man bei jedem Wetter oder einfach nur zum zwischendurch Entspannen fliegen kann. Der Charter ist absolut narrensicher: Ich habe bereits alle Möglichkeiten versucht, ihn zum Abriss oder Trudeln zu bringen und es ist im Gegensatz zu meinem alten ARF-Charter, Baujahr 2004, einfach nicht möglich! Dies ist wahrschinlich auf die herstellerseitig leicht veränderte Flügelgeometrie zurückzuführen. Er fliegt einwandfrei stabil und relativ langsam, kann mit Vollgas aber auch schön schnell werden. Beim Start und vor Allem der Landung ist jedoch hohe Aufmerksamkeit gefragt, da der Charter als Spornradflieger sehr zappelig ist, und man viel mit dem Seitenruder arbeiten muss, insbesondere auf Betonbahnen. Dort ist eine Landung mit richtig geradem Ausrollen nicht möglich! Eher wird es dann ein leichter Slalom mit schrappendem Spornrad. Mit den vergrößerten Ruderausschlägen reagiert er sehr lebendig und macht die meisten Standard-Kunstflugfiguren auch dank der großzügigen 6,5ccm-Motorisierung gut mit. Man sollte dabei jedoch aufpassen, dass man ihn nicht überlastet, denn die Fläche hängt nur an einem Sperrholzhaken, den ich auf diese Weise schon mal angebrochen habe. Eine geniale Idee waren die Klappen, mit denen der Charter dermaßen langsam fliegt, dass man bei etwas Gegenwind nebenher laufen kann. Ich bin mit voller Klappe schon mal bei 2-3 Windstärken rückwärts geflogen! Wenn man nicht gerne zur Landung weit und flach ausholt, sind die auf 70° ausgefahrenen Bretter aber schon als Bremsen notwendig, weil der Charter sonst sehr gut gleitet und nicht runter kommen will. Die Klappen machen dann auch einen Einsatz als STOL-Flieger auf kurzen Feldwegstücken und ähnlichen Plätzen möglich (Startstrecke: ca. 8m, Landes.: ca. 15m mit entsprechender Übung). | ||
| Fazit: | ||
| Ein sehr guter Trainer, nicht nur zum Fliegen, sondern auch zum Bauen. Für fortgeschrittene Piloten eignet er sich auch zum Entspannen oder "Spaßfliegen", dem Ausleben von Bedürfnissen, die man sich mit großen Modellen sonst verkneifen muss. Ich glaube, einem Anfänger mit ein bischen Vorerfahrung kann man den Flieger schon in die Hand drücken. | ||
| Bausatzqualität: 1 | ||
| Flugeigenschaften: 1 | ||
| (1=sehr gut / 6 = schlecht) | ||
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